Seit zehn Jahren auf Wachstumskurs

Starke Partner:Seit zehn Jahren auf Wachstumskurs

Die Wirtschaft in Wuppertal ist investitionsstark. Die aktuellen Zeiten nutzen die Unternehmen auf nachhaltige Weise, um die an den heimischen Standorten produzierten Güter besonders in Europa zu vertreiben.

Die Unsicherheit auf den internationalen Märkten – Brexit, Protektionismus, Russlandsanktionen und die chinesische Konjunktur – muss ein Unternehmen im Bergischen Land interessieren, aber nicht verunsichern. „Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht!“, empfahl einst Konrad Adenauer. Für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gilt Gleiches. Zu jeder Phase und Epoche mussten Unternehmer mit den vorhandenen Rahmenbedingungen arbeiten.

Im Bergischen hat das, auch wegen der Mentalität, immer recht gut funktioniert. So gaben in der jüngsten Konjunkturumfrage der Bergischen Industrie- und Handelskammer zwei Drittel der befragten Unternehmer an, sich deswegen nicht mit Investitionen zurückzuhalten. Gerade beim Brexit-Chaos wäre es auch enttäuschend, wenn sich die betroffenen Unternehmen nicht schon längst auf jegliches Szenario eingestellt hätten.

Laut IHK-Investitionserhebung 2018 blieben nur 29 der 175 teilnehmenden Unternehmen investitionslos. „Die Ergebnisse zeigen klar: Den Unternehmen geht es seit fast zehn Jahren hervorragend. Auch was die Investitionstätigkeiten angeht“, so IHK-Geschäftsführer Uwe Mensch. „Jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem sich mehr und mehr Unsicherheit über die weitere Entwicklung einschleicht.“ Diese Entwicklung ziehe sich durch alle Branchen. Nur der Dienstleistungssektor ist eine Ausnahme.

Bei der Wirtschaft geht es um Psychologie und Erwartungen

Die nackten Zahlen spiegeln dies jedoch noch nicht wider. Es ist das Ergebnis der jährlichen Stimmungsumfrage. Hochrelevant, da Wirtschaft von Menschen betrieben wird, es dabei also immer um Psychologie, Glaube und Erwartungen geht. Doch die bergische Wirtschaft ist erfindungsreich, flexibel und exportstark. Mit ihren Investitionen folgt sie auch ihren Absatzmärkten. Für den Standort Wuppertal sind nicht die Gesamt-, sondern die Inlandsinvestitionen relevant. 45 Prozent der Befragten rechnen in den nächsten zwölf Monaten damit, ihre Inlandsinvestition zu halten. 26 Prozent gehen von einer Erhöhung aus.

Das muss nicht an den Standorten in Wuppertal geschehen. Bei der Betrachtung der Investitionsarten im Inland über die letzten zwei Jahren wird jedoch deutlich, dass mehr in Produktinnovationen investiert wird. Diese entstehen meist an den Stammsitzen der Unternehmen. Im Ausland fließt das Kapital laut IHK verstärkt in den Ausbau der Vertriebsstrukturen in der Eurozone. Das bestätigen auch die jüngsten Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages für Deutschland.

Investitionen in die Kapazitätsausweitungen an den deutschen Standorten sind getätigt und gehen zurück, der internationale Vertrieb wird gestärkt, um die produzierten Güter abzusetzen – das sind für die Mitarbeiter der heimischen Produktionen gute Nachrichten. Die Auslandinvestitionen sichern Arbeitsplätze in der Heimat.

Durchschnittlich investieren die Unternehmen in Wuppertal 6,6 Prozent des Gesamtumsatzes. Im NRW-Landesdurchschnitt waren es nur 3,2 Prozent. Für Wuppertal ergibt sich eine Investitionssumme von 11843 Euro pro Beschäftigten (NRW: 9189 Euro). Auch der zeitliche Verlauf der Investitionstätigkeit zeichnet einen deutlichen Wachstumstrend – und das schon seit 2000. Seitdem investieren die Wuppertaler Firmen konstant zwischen 3,4 und 6,8 Prozent ihrer Umsätze.

Ein Blick auf die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen fällt jedoch kritischer aus. Diese sind stagnierend bis rückläufig. Die Ursachen liegen sicher auch in dem höheren Automatisierungsgrad der modernisierten Produktionsstätten. Hier zieht die dunkle Wolke des Fachkräftemangels über dem Bergischen auf, die Unternehmen und Institutionen mit dem frischen Wind der betrieblichen Weiterbildung und überbetrieblichen Qualifikationsprogrammen vertreiben müssen.

Ist das Ende des Goldgräberbooms in China erreicht?

„Wenn nur jeder zehnte Chinese anfängt mit Messer und Gabel zu essen, ist das eine riesige Chance für die bergische Schneidwarenindustrie“ – solche Zitate kennt man in der ein oder anderen Form aus allen Branchen. Die Größe des chinesischen Marktes hat nach seiner behutsamen Öffnung die Fantasien aller Branchen angeregt. Doch die Goldgräberstimmung scheint vorbei. Die ganze Welt hat es nach China gezogen. Entsprechend sind die Claims kleiner und abgesteckt. Auch sieht Uwe Mensch erste Anzeichen dafür, dass die Kapazitätsgrenzen einzelner Unternehmen erreicht sind. Ohne Kater, aber ernüchternd konstatiert der Geschäftsführer der Bergischen IHK: „Es kommt sehr darauf an, welche Teile der Wertschöpfungsketten nach China abwandern. Ist es die gesamte Produktion, droht, dass Forschung und Entwicklung folgen.“

Oder in welchem Maßstab die Unternehmen dort parallele Strukturen aufbauen. Eine anhaltende Schwäche der planwirtschaftlichen chinesischen Konjunktur kann aus einer großen Investition ein Überengagement machen und die gesamte Unternehmung gefährden. Und außer Mitarbeitern wird dann wohl kaum etwas aus China zurückkommen.

Andreas Otto

Als mittelständische Genossenschaftsbank begleiten wir die heimischen Unternehmer bei all ihren Investitionen. Unser Anspruch ist es, ihnen passgenaue, individuelle Lösungen und schnelle Entscheidungen zu liefern, damit sie ihre Vorhaben umsetzen können.

Wir beobachten allerdings nach wie vor, dass die bergischen Unternehmer trotz guter Liquidität und vollen Auftragsbüchern verhalten sind mit großen Investitionen. Die Finanzkrise vor zehn Jahren hat sie vorsichtig gemacht.

Trotz günstiger Zinslage erwarten wir kurz- und mittelfristig keinen Investitionsboom. Trotzdem: Weil wir unsere Kunden und ihre Produkte gut kennen, können wir im Bedarfsfall auch mal kurzfristig helfen – in guten wie in weniger guten Zeiten. Wir lassen sie nicht im Regen stehen.