Den Anschluss nicht verpassen

Starke Partner:Den Anschluss nicht verpassen

Um den Standort Deutschland und damit auch Wuppertal als digitalen Wirtschaftsstandort aufzubauen, bedarf es massiver Investitionen auf Bundesebene. Angekündigt sind diese schon lange.

Ob wir wollen oder nicht, die Digitalisierung kommt. So könnte es ein Mitglied der Bundesregierung gesagt haben. Wirtschaftlich tätige Menschen sagen eher: Wir stecken schon mitten drin und die Chancen sind fantastisch! Dies charakterisiert die unterschiedliche Wahrnehmung der Bedeutung digitaler Technologien in Berlin und den Führungsetagen der Wirtschaft.

Auch wenn die Äußerung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“ vor dem Hintergrund der Finanzierung des neuen Mobilfunknetzes getroffen wurde, wäre das Pendant im Straßenbau in etwa: Autobahn? Landstraße reicht doch! Die Netze sind die absolute Grundlage der Digitalisierung. 5G sollte jede Kuh erreichen und darf nicht schon an der Milchkanne halt machen. Funklöcher an Autobahnen führen alle Bemühungen zum autonomen Fahren schon heute ad absurdum. Oder müssen ab 2025 alle in Deutschland zugelassenen autonomen Fahrzeuge Verbraucherhinweise wie: „Nur zum innerstädtischen Gebrauch“ oder: „Nicht für die Autobahn geeignet“ tragen?

Auch die leitungsbasierten Netze versprechen keine Abhilfe. Der europäische Glasfaserverband FTTH erwartet, dass bis Ende des Jahres nur drei Prozent der deutschen Haushalte einen Glasfaseranschluss haben werden. In Schweden sind es derzeit zwei Drittel, in Spanien etwas mehr als die Hälfte und Polen steht bei 12,8 Prozent.

In allen Bereichen Mittelklasse

Das sind keine Todesstöße, aber doch weitere Sargnägel für Deutschland als digitalen Wirtschaftsstandort. Denn die Netze sind nur eine von vielen Rahmenbedingungen von denen abhängt, ob Deutschland Teil oder Zuschauer der digitalen Wirtschaft wird. Eine Studie der Unternehmensberatung PwC in Kooperation mit dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung, ZEW hat die steuerlichen Rahmenbedingungen in 33 Staaten untersucht. Deutschland belegte hier den letzten Platz.

Der Nationale Normenkontrollrat, der die Bundesregierung berät, sieht Deutschland bei E-Government, also den staatlichen Angeboten an die Bürger, auf Platz 20 der 28 EU-Länder. Die Aufzählung ließe sich weiter fortsetzen, der Grund für all das ist aber meistens der gleiche: Das Wort vom strukturellen Staatsversagen steht im Raum. Das kann auch der helle Start-up-Stern Berlin nicht überstrahlen.

Digitalisierung ist hier so wichtig, dass sich direkt fünf Ministerien damit befassen. Forschungs-, Wirtschafts-, Verkehrs-, Innen- und Justizministerium kochen ihr eigenes digitales Süppchen. Und das in Zeiten einer großen Koalition, die per se schon mit mindestens zwei Stimmen spricht. Das sorgt anscheinend andererseits für genügend positive Nachrichten, um sich in der Berliner Blase weiter wohl zu fühlen. Denn alle Beteiligten preisen ihre eigenen Bemühungen.

So sieht der Standortindex Digital des Wirtschaftsministeriums, BMWi, Deutschland weltweit auf Platz fünf. Wichtige Indikatoren sind dabei die Verbreitung von Computern, die seit über 30 Jahren bezahlbar sind, und die Anzahl von Musikdownloads der Bevölkerung.

Wuppertal nimmt die Digitalisierung ernst

In unserer Stadt, einer Landesmodellkommune, scheint mehr Bewusstsein für die digitale Dinge vorhanden zu sein. Die Entwicklung erscheint hier, mit der Digitalisierungsstrategie 2023 der Stadt, zielgerichteter zu sein. Zehn Millionen Euro investiert die Verwaltung in die digitale Entwicklung der Kommune. Auch andere Akteure Wuppertals befinden sich offenbar auf dem richtigen Weg. Anders ist das gute Abschneiden im Digitalen Städteranking 2018 der Unternehmensberatung Haselhorst Associates kaum zu erklären.

Wuppertal liegt hier auf Platz 12 von insgesamt 400 untersuchten Städten und die Stadtwerke haben einen erheblichen Anteil an dem neunten Platz in der Kategorie intelligente Energieversorgung.


Volksbank im Berglschen Land

Teurer „Papierkrieg“ in den Behörden

Von digitaler Verwaltung ist NRW noch weit entfernt. Kosten: rund 3,8 Millionen Euro jährlich.

Der Weg zum papierlosen Büro ist für die Landesverwaltung in Nordrhein-Westfalen derzeit noch gepflastert mit mindestens 946 Millionen Blatt Papier. So viel hat nämlich die Oberfinanzdirektion (OFD) für 2018 und 2019 für diverse Dienststellen zentral eingekauft. Kostenpunkt: 3,8 Millionen Euro. Das teilte das NRW-Finanzministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit.

In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU und FDP das Ziel vorgegeben, die gesamte Landesverwaltung bis 2025 vollständig zu digitalisieren.

Vorerst hat die Regierung aber erst kleine Etappensiegen vorzuweisen. Der zentrale Einkauf habe immerhin dazu geführt, „dass die Zahl der beschafften Papiersorten von 197 auf 110 reduziert werden konnte“, stellte das Finanzministerium fest.

Der Weg von über 500 Behörden und rund 120 000 Beschäftigten mit PC-Arbeitsplatz zum papierlosen Büro sei „für die öffentliche Verwaltung ein beispielloser Transformationsprozess“.

Für 2014/15 waren von der Oberfinanzdirektion noch 970 Millionen Blatt Papier für 3,9 Millionen Euro eingekauft worden. Danach sanken die Zahlen, stiegen aber seit 2017/18 wieder an.

Da immer mehr Dienststellen Zugang zum zentralen Einkauf bekommen hätten, seien die Jahresbilanzen aber schwer zu vergleichen, erläuterte das Ministerium.

Der Stadtstaat Hamburg kommt nach eigenen Angaben schneller voran. Laut einer kürzlich veröffentlichten Antwort des Senats konnte die Hamburger Verwaltung ihren Papierverbrauch von 2015 bis 2017 auf gut 217 Millionen Blatt mehr als halbieren.

Martin Klebe

Denkt man an „Investitionen“, denkt man eher an Geld und Maschinen als an Menschen. Investieren in Menschen heißt vor allem: Aus- und Weiterbildung und ist wichtiger denn je. Es werden Jahr für Jahr weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen und in einer Arbeitswelt 4.0 wächst der Qualifizierungsbedarf kontinuierlich an. Wer also nicht in seine Mitarbeiter/innen investiert, dem helfen auch keine Investitionen in Technik und Maschinen. Die Agentur für Arbeit investiert in ihre Instrumente, um Arbeitgeber mit Beratung, aber auch finanzieller Förderung zu unterstützen. Der Gesetzgeber hat zu Jahresbeginn mit dem Qualifizierungschancengesetz dafür die entsprechende Grundlage geschaffen.

Christina Kaut

Die Alfred Kaut GmbH ist dem Standort Wuppertal schon seit über 125 Jahren treu und wird dies auch bleiben und weiterhin hier investieren. Dank unserer guten Geschäftsentwicklung prüfen wir gerade neue Bebauungsoptionen für unseren Stammsitz in Langerfeld und investieren in unsere bestehenden Gebäude. Die sollen nicht nur praktisch für unsere Tätigkeiten sein, sondern auch unseren Mitarbeitern optimale Arbeitsbedingungen bieten. Diese Investitionen in unsere Mitarbeiter erachten wir als mindestens genauso wichtig wie die Investitionen in Lager, Werkstatt, und so weiter.