Startschuss für die Handwerker-Laufbahn

Handwerk in Wuppertal:Startschuss für die Handwerker-Laufbahn

Am 9. September werden rund 200 junge Leute bei der Lossprechungsfeier in der Historischen Stadthalle Wuppertal ihre Gesellenbriefe von der Kreishandwerkerschaft entgegennehmen.

Es ist immer wieder ein festliches Ereignis und nicht zuletzt die Kulisse der Historischen Stadthalle Wuppertal wird auch diesmal wieder einiges dazu beitragen, dass es ein unvergesslicher Moment für die Teilnehmer wird: Am 9. September werden rund 200 junge Leute bei der Lossprechungsfeier ihre Gesellenbriefe von der Kreishandwerkerschaft entgegen nehmen. Jeder der Jugendlichenen wird dazu persönlich aufgerufen und zur Überreichung auf die Bühne gebeten - Startschuss für den Beginn der weiteren beruflichen Karriere im Handwerk.

Derzeit bieten sich allerbeste Perspektiven

„Diese jungen Leute haben die allerbesten Aussichten“, berichtet Sascha Bomann, als Abteilungsleiter bei der Kreishandwerkerschaft Wuppertal-Solingen unter anderem zuständig für den Bereich Ausbildung. „Der Großteil der frischgebackenen Gesellen wird von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Und die anderen finden ohne Probleme ebenfalls schnell eine Stelle. Für junge Menschen im Handwerk bieten sich derzeit allerbeste Perspektiven. Aus Arbeitnehmersicht war die Lage nie so gut wie gerade jetzt.“

Einen großen Anteil unter den Absolventen stellen auch dieses Jahr wieder die Kfz-Mechaniker, die Elektrotechniker und die Anlagenmechaniker der Sanitär- und Heizungsbranche. Bedarf an Nachwuchs haben dagegen nach wie vor unter anderem die Bäcker- und Fleischer-Innung sowie die Maler- und Lackierer. „Hier ist die Ausbildungslage nicht so positiv, wie wir es gerne hätten“, sagt Bomann. 

Rund 1000 Gäste, etwas mehr als im vergangenen Jahr, werden zur Lossprechungsfeier in der Historischen Stadthalle erwartet. Sie alle kommen in den Genuss eines abwechslungsreichen Programms mit vielen Show-Acts. Die Moderation übernimmt Gabriele Schäfer von der Tanzschule Schäfer. Das Programm gestalten wie schon in den Vorjahren die Entertainerin Dörte von Heckinghausen, ein Live-DJ sowie die Tanzformation Dance4Fans der Tanzschule Schäfer. Die Gruppe hat bereits etliche nationale wie internationale Preise gewonnen.

Das Begrüßungswort wird traditionell Kreishandwerkmeister Arnd Krüger an die frische gebackenen Gesellen richten. Die zentrale Rede hält in diesem Jahr Andreas Feicht, der Vorsitzende der Wupper taler Stadtwerke. Die Gesellen und Gesellinnen sammeln sich übrigens am 9. September um 10.30 Uhr im Offenbach-Saal der Historischen Stadthalle, Johannisberg 40. Wer seine Handwerksausbildung beendet hat und mit Freunden und/oder Angehörigen an der Lossprechungsfeier teilnehmen möchte, sich aber noch nicht angemeldelt hat, hat heute am 31. August die letzte Gelegenheit dazu. Alle Details unter dem untenstehenden QR-Code.

Anmeldung bei:
Sascha Bomann, Kreishandwerkerschaft
Telefon: 0202 – 2809020
Fax: 0202 – 2809040
E-Mail: bomann@handwerksgw.de


Neue Plattform, um sich zu präsentieren

Die Möglichkeiten der sozialen Medien nutzt auch das Handwerk zunehmend für seine Zwecke.

Bereits seit 2013 unterhält die Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal eine eigene Facebook-Seite. „Zu unserem eigenen Erstaunen läuft das seit Beginn sehr gut“, berichtet Sascha Bomann, Abteilungsleiter bei der Kreishandwerkerschaft. Pro Woche zählt man rund 10 000 Besucher der Seite.

Die Kreishandwerkerschaft nutzt das digitale Netzwerk vor allem, um dort Nachwuchs zu rekrutieren. Denn der wird im Handwerk an allen Ecken und Enden gesucht. „Wir stellen in regelmäßiger Folge Berufsbilder vor mitsamt den Möglichkeiten, die damit verbunden sind“, berichtet Bomann. „Ob Meisterschule, nachgelagertes Studium oder triales Studium. Und wir vermitteln auch freie Ausbildungsplätze, wenn sie uns von den Betrieben mitgeteilt werden, ebenso wie freie Arbeitsplätze.“

Generell sei Facebook eine gute Plattform, um gerade bei Jugendlichen Werbung für das Handwerk und seine vielfältigen Berufsbilder zu machen. „Wir sehen als Administrator ja, wie viele Jugendliche sich auf unserer Seite informieren, und wie viele Gesellen dort nach einer Stelle Ausschau halten.“ Die Rückmeldung klappt offenbar immer besser: Ist eine Stelle erfolgreich besetzt worden, wird das Angebot nach Rückmeldung des Betriebes von der Seite genommen. 

Aber auch die Betriebe haben die Chancen von Social Media erkannt. Vor allem die Kundenwerbung auf Facebook wird immer intensiver betrieben. „Viele Handwerker präsentieren dort aktuelle Projekte oder Bauvorhaben. So können sie ganz gezielt auf Kundenfang gehen“, sagt Sascha Bomann. Einer, der Social Media schon seit Jahren ganz gezielt für seinen Betrieb nutzt, ist der Wuppertaler Malermeister Andreas Conrad. „Ich zeige auf Facebook eigentlich alles, was in meinem Betrieb geschieht“, sagt der 60-Jährige. Das sind etwa die Fortschritte auf einer Baustelle: „Da zeigen wir – auch in kleinen Filmchen – zunächst, wie es vorher aussah. Und dann das Ergebnis, also den Umbau von Anfang an“. Aber auch die Arbeit der Maler und Lackierer selbst wird dokumentiert. „Das ist eine Wertschätzung, die bei unseren Mitarbeitern gut ankommt.“ Die aber auch laut Conrad eine enorme Außenwirkung hat. „Die Leute stellen plötzlich erstaunt fest, dass wir ja weit mehr machen als nur Streichen und Tapezieren, Nämlich auch Böden und Wände, Stuckreparaturen und Stuckfassaden, oft in Kooperation mit der Denkmalbehörde.“

Conrad postet aber auch hin und wieder mal „ein Häppchen Privates“, wie er sagt. Etwa die Ausfahrt mit dem Motorrad am Wochenende. „Daran sehen die Leute, dass ich ein eher entspannter Mensch bin. Und daraus schließen sie dann, dass auch meine fachliche Beratung wohl eher entspannt ausfällt.“ Auch so etwas wirke sich positiv auf die Neuwerbung von Kunden aus.

Conrad nutzt Facebook zudem für die Nachwuchswerbung. „So erfahren die jungen Leute, dass wir in unserem Betrieb auch Menschen mit Handicap beschäftigen. Und dass es bei uns nicht nur auf gute Noten ankommt.“ Die Anwerbung neuer Azubis über Facebook habe zudem, so Conrad, eine enorme Streuwirkung. „Die Jugendlichen multiplizieren das an den Schulen, und so erreichen uns dann auch viele Bewerbungen.“