Wuppertals Handwerk informiert über die Wärmedämmung

Handwerk in Wuppertal:Wuppertals Handwerk informiert über die Wärmedämmung

Der richtige Zeitpunkt für eine Wärmedämmung hängt von mehreren Faktoren ab. Hausbesitzer können Geld sparen, wenn sie die Maßnahmen zeitlich clever miteinander verbinden.

Das Eigenheim ist abbezahlt, die Kinder sind aus dem Haus, der eigene Ruhestand kommt in Sichtweite – für die Generation 50plus eröffnen sich in dieser Lebensphase neue Freiheiten, gerade auch in finanzieller Hinsicht. Viele entschließen sich, jetzt noch einmal das Zuhause von Grund auf zu sanieren, bis hin zu einer altersgerechten und barrierefreien Einrichtung. Und da Häuser, die vor 20 oder 30 Jahren modern waren, nicht mehr den heutigen Energiestandards entsprechen können, steht auch das Dämmen hoch im Kurs. 

Die Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen ist überdurchschnittlich aktiv, wenn es um die Modernisierung des Zuhauses geht, bestätigt eine aktuelle Sanierungsstudie. Jüngere Altersgruppen sanieren demnach deutlich seltener. 

Erst planen, dann sanieren

Die persönliche finanzielle Unabhängigkeit ist das eine, ebenso wichtig ist es jedoch, die Sanierungen planvoll anzugehen. So hat etwa die Frage, wie gut gedämmt die Gebäudehülle ist, direkten Einfluss auf die Heizung. Nach einer energetischen Sanierung kann die neue Heizanlage meist deutlich kleiner dimensioniert werden. Wer hingegen erst die Heizung tauscht und später dämmt, gibt womöglich zu viel Geld aus. Daher empfiehlt es sich bei allem Eifer für das Modernisieren, zunächst fachkundigen Rat zu nutzen: Energieberater können die Gebäudesubstanz unabhängig bewerten und eine Rangliste der sinnvollen Sanierungsarbeiten erstellen. Zudem hilft der Energieberater dabei, keine Fördermittel zu verschenken.

Fördermittel nutzen und Sanierungskosten optimieren

Zuschüsse und Darlehen gibt es unter anderem bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Berücksichtigen sollten Hausbesitzer zudem zeitlich begrenzte oder regionale Programme.

Mit dem kostenlosen Fördergeld-Service im Internet unter www.dämmen-lohnt-sich.de etwa ist es möglich, das Angebot des Fachhandwerkers auf die Förderfähigkeit zu überprüfen und bei Bedarf sogar von Experten optimieren zu lassen. Ebenso können Hausbesitzer online Energieberater und Fachbetriebe aus der Nähe finden. Über 3000 Maler- und Stuckateurbetriebe bundesweit sind bereits registriert. Noch ein Tipp: Bares Geld sparen Hausbesitzer auch, wenn sie Maßnahmen zeitlich clever miteinander verbinden. Wenn ohnehin eine optische Verschönerung der Fassade oder Dacharbeiten anstehen, lässt sich dies gut mit der Wärmedämmung koppeln. So fallen bestimmte Kosten etwa für das Gerüst nur einmalig an.

Sinnvoll ist es ebenso, sich mit den Nachbarn abzustimmen und zeitgleich zu sanieren – das senkt beispielsweise die Kosten für die Einrichtung der Baustelle.


Eine Dämmung vom Fachbetrieb hat viele Vorteile

Die Auftragslage der Maler-Branche ist gut. Obermeister Christian Terstegen freut sich über steigende Azubi-Zahlen, kritisiert aber die Einstellung mancher jungen Leute.

Die Auftragslage bei den Wuppertaler Malern und Lackierern ist gut, und auch um den beruflichen Nachwuchs steht es wieder besser: „Wir haben 30 Azubis in der Klasse, das sind zehn mehr als im vergangenen Jahr“, berichtet Innungs-Obermeister Christian Terstegen. Das gemeinsame Engagement seines Gewerks und der Kreishandwerkerschaft hat sich seiner Ansicht nach ausgezahlt: „Wir gehen regelmäßig in die Schulen und stellen uns dort vor.“ Wie Terstegen vermutet, ist aber auch die deutlich gestiegene Leistungsvergütung für die Zunahme an Auszubildenden in der Branche verantwortlich: „Da wurde finanziell deutlich zugelegt.“ Ganz zufrieden ist Terstegen in Sachen beruflicher Nachwuchs aber dennoch nicht, und er macht aus seiner Kritik auch keinen Hehl. „Streng genommen sind einige angehende Azubis eigentlich nicht geeignet. Etliche von ihnen beschäftigen sich zu sehr mit sich selbst. So sind sie mit der Schule fertig, haben aber keinen Plan, was sie machen wollen. Bei vielen fehlt es auch am nötigen Grundwissen und am Einsatz.“

In seinem Betrieb beschäftigt Terstegen derzeit auch nur zwei statt vier Azubis wie früher. „Nicht wenige junge Leute heute sind vom Elternhaus her zu sehr verwöhnt worden“, findet Terstegen. So könne es doch nicht sein, dass etwa ein 18-Jähriger jeden Tag zu seiner Lehrstelle gefahren werde statt den Bus zu nehmen. Solche Jugendlichen auszubilden sei ein schwieriges Unterfangen.

Fachbetriebe setzen nur zertifizierte Dämmungen ein

Ein weiterer Aufreger für den Innungsobermeister ist nach wie vor das Thema Dämmung. „Da sind unsere Kunden nicht zuletzt durch eine reißerische Berichterstattung, ausgelöst durch einige spektakuläre Hochhausbrände, sehr verunsichert worden. Da hatten wir große Einbrüche zu verzeichnen. Erst allmählich kommen die Kunden jetzt wieder zurück.“

Terstegen betont, dass aber jegliche Sorgen unbegründet seien, solange man sich in Sachen Dämmung an einen Fachbetrieb wende. Schließlich gebe es hierzulande strenge Brandschutzregeln. Und nach denen ist es inzwischen Vorschrift, bei der Fassadendämmung zwischen allen Geschossen Brandriegel sowie auch eine Sockeldämmung einzubauen. „So kann das Feuer beziehungsweise die Glut nicht überspringen.“ Zumal das vom Experten verbaute Dämmmaterial Polysterol im Ernstfalll nicht brenne, sondern schmilze.

Wie Terstegen betont, bauen die Fachbetriebe grundsätzlich nur zertifizierte Dämmungen ein. „Unsere Kunden sind allesamt zufrieden.“ Denn eine vom Fachmann installierte Dämmung habe noch weitere Vorteile: „Im Winter senkt sie die Heizkosten und im Sommer sorgt sie für Kühle.“


„Fühle mich gleichberechtigt“

Obwohl die Friedhofskultur im Wandel steckt, können sich die Steinmetze über mangelnde Aufträge nicht beklagen. Laut Innungsobermeisterin Beate Globisch sind Frauen in der Branche übrigens keine Seltenheit.

An der allgemein guten Auftragslage im Handwerk partizipiert auch die Steinmetz-Innung, wie Beate Globisch, Obermeisterin der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Bergisch Land, betont. Ihre Innung umfasst neben Wuppertal, Remscheid und Solingen auch mehrere kleine Städte des Umlandes. Neun Betriebe gehören der Innung aktuell an. Und alle sind wirtschaftlich derzeit zufrieden, obgleich sich ja gerade eines der Haupttätigkeitsfelder der Branche, das Friedhofs- und Bestattungswesen, im Umbruch befindet. „Die Gräber werden kleiner und damit die Grabsteine, und die Zahl der Verbrennungen nimmt zu. Dennoch können wir uns über mangelnde Aufträge nicht beschweren“, berichtet Globisch. „Zum einen gibt es ja in Deutschland die Friedhofsatzungen, die die Verarbeitung bestimmter Materialien, darunter Stein, vorschreibt. Und zum anderen haben wir ja neben den Grabsteinen noch viele andere Tätigkeitsfelder.“

Manche Steinmetze sind auch künstlerisch tätig

So sind Steinmetze auch im Bauwesen, etwa bei Fassaden und Treppen, im Einsatz sowie beim Küchenbau und bei Restaurierungen. „Viele unserer Betriebe haben sich spezialisiert“, berichtet Globisch. Ein weiteres Betätigungsfeld sind die Schulsanierungen, wo man derzeit zum Teil mit den Ausführungen gar nicht hinterher käme, so groß sei der Bedarf. Und auch im Garten- und Landschaftsbau sind moderne Steinmetze gefragt, ob bei Palisaden, Terrassen oder Skulpturen.

Viele Steinmetze sind durchaus auch künstlerisch tätig, wie Globisch berichtet. „Das Künstlerische ist ja durchaus Teil unserer Ausbildung. Wobei das Kopieren einer Skulptur eher eine reine Fleißarbeit ist. Manche Steinmetze besuchen aber auch Kunsthochschulen und lassen sich dort ausbilden. Aber damit ist es so eine Sache. Entweder man hat es oder man hat es nicht.“

Den Beruf von der Pike auf gelernt

Globisch selbst ist aus familiären Gründen in die Branche gekommen: Sie führt den elterlichen Betrieb in Solingen – genau genommen sind es zwei Betriebe – gemeinsam mit ihrem Bruder nunmehr in vierter Generation, allerdings als erste Frau aus der Familie.

Ihren Beruf hat Beate Globisch von der Pike auf gelernt, vorwiegend im elterlichen Betrieb, aber zwei Jahre lang auch in zahlreichen Praktika in ganz Deutschland – also ein bisschen wie auf der guten alten Walz. Den Abschluss bildete für Globisch der Meistertitel. Als Frau im Steinmetz-Gewerk war die 52-Jährige übrigens in ihrer Ausbildungszeit keineswegs die Einzige. „Ich hatte immer schon Kolleginnen, auch in der Lehre.“ Vorbehalte gegenüber Frauen in diesem durchaus kräftezehrenden Handwerk hat sie jedoch nie erlebt. Bis auf einmal, als sie sich Ende der 80er Jahre für einen Steinbuchbetrieb in Griechenland interessierte. „Da hat man mir rundheraus gesagt, dass man Frauen nicht wünscht und dass das nicht üblich sei. Das Steinmetz-Handwerk ist ja auch in der Tat echte körperliche Arbeit“, räumt die Obermeisterin ein. „Aber wenn man die richtige Technik einsetzt, kann man das ausgleichen.“

Viele Steinmetzbetriebe werden von Frauen geleitet

Generell sei das Thema Frauen im Handwerk eigentlich kein Thema mehr: „Ich fühle mich gleichberechtigt und wohl.“ Von den Kollegen werde sie als weiblicher Steinmetz voll und ganz akzeptiert. Und sie sei erstaunt gewesen, zu erfahren, wie viele Steinmetzbetriebe schon lange auch von Frauen geführt würden. Wenn es denn Vorbehalte gebe, so am ehesten bei den Kunden. Vor allem als sie jünger war, sei es schon mal vorgekommen, dass anstelle ihrer Person der männliche Geselle angesprochen wurde. „Das ist aber auch eine Sache des Auftretens, das habe ich inzwischen gelernt“, berichtet Globisch. Im übrigen sei man ja auch als Frau nicht frei von bestimmten Klischees. So habe neulich eine weibliche Schornsteinfegerin bei ihr geklingelt. „Sie sind ja eine Frau!“, sei es ihr da entfahren – um sich anschließend sofort über sich selbst zu wundern: „Ja, warum denn nicht?“