Wuppertaler Elektro-Innung wirbt für Elektriker-Ausbildung

Handwerk in Wuppertal:Wuppertaler Elektro-Innung wirbt für Elektriker-Ausbildung

Auch die Elektriker müssen sich stetig weiterbilden, wollen sie den sich wandelnden Anforderungen ihres Gewerks gerecht werden.

Wie kaum eine andere Handwerksbranche ist die Elektriker-Innung einem raschen Wandel unterzogen: Ob Digitalisierung des Eigenheims, das sogenannt Smart Home, die Photovoltaik oder seit einiger Zeit auch das Thema Elektromobilität – Elektriker müssen sich stetig weiterbilden, wollen sie den gestiegenen Kundenanforderungen gerecht werden, betont der Wuppertaler Innungsobermeister Ingo Kursawe. Vor allem das Thema E-Mobilität gewinnt laut Kursawe zunehmend an Bedeutung. Und natürlich freut sich die Branche darüber. 

„Wir Elektriker sind es ja, die die Zuleitungen legen und die Ladesäulen installieren.“ Neue Geschäftsfelder tun sich durch die E-Mobilität auf. Vor allem bei Neubauprojekten würden, so Kursawe, immer häufiger seitens des Bauträgers zumindest die Zuleitungen für eine spätere Installation von Ladesäulen etwa in Tiefgaragen mit eingeplant – und die entsprechenden Aufträge an die Fachbetriebe vergeben. Allerdings ist Kursawe, was das Thema flächendeckende Umsetzung der E-Mobilität angeht, durchaus skeptisch: „Da kommt man langsam auch bei den Tatsachen an“, meint der Obermeister. „Die Infrastruktur ist doch noch gar nicht vorhanden, das Netz der Stadtwerke nun mal begrenzt. Wenn in einer Straße zum Beispiel 22 Leute eine 22kW-Ladesäule wünschen, gibt das Netz das einfach nicht her. Oder etwa die engen Straßen am Ölberg, die zum Teil Einbahnstraßen sind. Sollen da die Kabel über den Bürgersteig laufen? Das ist doch an manchen Stellen einfach nicht möglich und insgesamt nicht zu Ende gedacht.“ Im übrigen hält Kursawe auch die Anschaffungskosten für ein E-Auto bislang für noch viel zu hoch. „Das können sich viele gar nicht leisten.“ 

Einen Handwerkerstau gibt es nicht

Aber auch abseits des Ausbaus der E-Mobilität kann die Elektro-Innung über mangelnde Aufträge nicht klagen. „Die Auftragslage ist gut“, sagt Kursawe. Entgegen manchen Presseberichten der jüngsten Zeit sei es auch nicht so, dass es etwa einen Handwerkerstau gebe und Kunden gar bis zu zwei Jahren auf die Erledigung ihrer Wünsche warten müssten. „Aber zwei bis drei Wochen kann es schon mal dauern“, berichtet Kursawe.

Mathe als Voraussetzung für die Elektriker-Ausbildung

Einer der Gründe, warum es mit der Auftragserledigung heute mitunter länger dauert als in früheren Jahren ist laut Kursawe das Nachwuchsproblem. Auch Kursawe selbst würde in seinem Betrieb gerne mehr Azubis einstellen. Derzeit hat er noch einen Lehrling, der zweite hat soeben seine Prüfung absolviert. Es waren mal vier Azubis, pro Lehrjahr einer. „Aber wir Fachbetriebe finden immer weniger qualifizierte junge Leute für die Ausbildung. Und das bedeutet, dass wir später dann auch keine qualifizierten Gesellen haben.“ Nach seiner Erfahrung zieht es immer weniger junge Leute in das Handwerk. „Da gibt es das Vorurteil, dass man sich schmutzig mache und dass man nur wenig verdiene. Unter diesem Klischee leiden wir alle. Allenfalls die Kfz-Mechatroniker sind noch beliebt.“ Auch die gestiegene Vergütung für Azubis habe an dem mangelnden Zuspruch von jungen Leuten nichts ändern können. „Und dabei gehen wir regelmäßig in die Schulen und werben für eine Ausbildung in unserer Branche.“

Gerade für die Elektro-Innung sei es aber besonders diffizil: „Für unser Gewerk muss man halt Mathe können. Vielleicht nicht immer später in der Praxis, aber in der Berufsschule wird das abgefragt. Und da wird es immer schwieriger, geeignete junge Leute zu finden.“

Auch Flüchtlinge könnten diesen Mangel an Nachwuchs höchstens bedingt wettmachen. „Wir haben viele Anfragen von Betreuern von Geflüchteten. Aber solange die sprachlichen Barrieren da sind, sehe ich große Schwierigkeiten. Man muss sich doch mit den Kunden verständigen können.“


Offen für innovative Techniken

Die traditionelle Leistungsschau der Wuppertaler Sanitär- und Heizungsinnung ist die Verbrauchermesse in der Historischen Stadthalle. Der nächste Termin ist im Februar 2020.

Die Wuppertaler Sanitär- und Heizungsinnung kann eine Zunahme an Ausbildungsverhältnissen verzeichnen. „Wir haben derzeit 39 Azubis“, berichtet Innungsobermeister Hans-Ulrich Vaupel. „Gerne käme ich wieder an die Zahl 44 heran, denn dann könnten wir besser die steigende Zahl derjenigen ausgleichen, die demnächst bei uns in Rente gehen.“ Um das zu erreichen, ist auch die Sanitär- und Heizungsinnung stetig im Einsatz. Auch seine Innung geht zusammen mit der Kreishandwerkerschaft verstärkt in die Schulen, mit dem Ziel, um Nachwuchs zu werben. „Und das wird von den jungen Leuten auch gut angenommen“, sagt Vaupel.

Das nächste „Highlight“ für die Innung ist nach seinen Worten die Verbrauchermesse der Branche im Februar 2020 in der Historischen Stadthalle Wuppertal, quasi eine Leistungsschau. „Das bedeutet für uns natürlich auch immer viel zusätzliche Arbeit, aber es lohnt sich auch.“ Eines der Schwerpunktthemen soll laut Vaupel 2020 das Thema Lüftung sein. Vor allem soll es um Lüftungssysteme für sanierte Wohnungen gehen, was für Wuppertal mit seinem immensen Altbaubestand ein großes Thema ist. Denn oft kommt es vor, dass sich in den Wohnungen nach einer Renovierung durch die höhere Verdichtung Schimmel bildet. „Hier gibt es neuartige Lüftungssysteme, die durch einen regelmäßigen Luftaustausch der Innen- und der Außenluft der Wohnung eine Schimmelbildung verhindern. „Wir haben zwei Hersteller solcher Systeme zur Messe eingeladen. Das dürfte für die Besucher sehr interessant werden“, sagt Vaupel. „Probleme im Sanitär- und Heizungsbereich lösen wir ja selbst. Aber an diese neue Lüftungstechnik müssen wir uns langsam herantasten, unter anderem durch solche Experten.“ Ein weiteres großes Thema für die Innung ist die neue Regelung für Gasinstallationen, die seit dem vergangenen Jahr gilt. Diese technische Regel (TRGI) ist eine wichtige Vorschrift für alle, die mit der Installation von Gasanlagen zu tun haben. Als Standardwerk unterstützt sie beim rechtssicheren und technisch korrekten Arbeiten. Die Regel wurde im Oktober 2018 komplett überarbeitet und aktualisiert. „Und wir müssen nun unsere Leute allesamt in diesem Thema schulen“, berichtet Vaupel. Was nicht zuletzt auch eine Menge Geld koste.

Auch beim Notfall nur zum lokalen Fachbetieb

Speziell in Richtung Kunden wirbt Vaupel für seine Branche um zuweilen etwas mehr Geduld: „Natürlich gibt es auch bei uns einen gewissen Auftragsstau. Hinzu kommt noch, dass bei uns im Winter die Notdienste zunächst Vorrang haben. Da müssen wir unsere Kräfte bündeln.“ Wer also sein Bad renovieren lassen will, sollte dies besser in den Sommermonaten planen. „Denn der Sommer ist bei uns traditionellerweise die Zeit der Neu- und Umbauten.“ Apropos Notdienste: Der Innungsobermeister empfiehlt dringend, sich hier an die heimischen Handwerker zu wenden. „Die findet man problemlos auf unserer Internetseite.“ Wer dagegen auf auswärtige Dienste setze, könne mitunter an ein entlegenes Callcenter und einen ebenso weit entlegenen Notdienstbetrieb geraten. Und dann könnten am Ende enorme Kosten auf den Kunden zukommen. „Natürlich müssen auch wir eine Notdienstzulage an Wochenenden nehmen. Aber bei uns werden die Kunden nicht übers Ohr gehauen.“ 


Deutliches Umsatzplus

Nach sechs Jahren der Stagnation profitiert nun auch das Dachdeckerhandwerk von der positiven Baukonjunktur.

Äußerst positiv fällt der Rückblick des Dachdeckerhandwerks auf das vergangene Jahr aus: Insgesamt rechnet der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) für 2018 mit einem Umsatzplus von über neun Prozent. Wegbereiter dafür sind vor allem die stabile gesamtwirtschaftliche Lage und eine hohe Baunachfrage. Eine trockene Witterung sorgte bei den Betrieben für gute Arbeitsbedingungen und zwei Sturmereignisse direkt zu Beginn des Jahres trugen zur hohen Auslastung im Dachdeckerhandwerk bei.

Dachdecker-Umsatz klettert auf zehn Milliarden Euro

„Erfreulicherweise profitiert nach sechs Jahren der Stagnation nun endlich auch das Dachdeckerhandwerk von der positiven Baukonjunktur. 2018 haben die Dachdecker erstmals über zehn Milliarden Euro Umsatz eingefahren und damit den Spitzenumsatz von 2011 mit 9,37 Milliarden Euro übertroffen“, berichtet ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk und erläutert, was noch für volle Auftragsbücher sorgte: „Zum einen ist der Neubau in den Sparten Wohnungsund Wirtschaftsbau ein Haupt -umsatztreiber, aber auch der öffentliche Bau trug zum Umsatzhoch bei. Wie die Bauwirtschaft insgesamt sind wir für das laufende Jahr ebenfalls optimistisch gestimmt, auch wegen günstiger Rahmenbedingungen wie das Baukindergeld, höhere Abschreibungen für den Mietwohnungsbau sowie Verstärkung des sozialen Wohnungsbaus.“ Allerdings komme die Bauwirtschaft langsam an ihre Kapazitätsgrenzen, vor allem wegen des Fachkräftemangels. Hier sehen mittlerweile über 60 Prozent der Dachdeckerbetriebe laut einer verbandsinternen Umfrage ein ernstes Problem für die weitere Unternehmens-Entwicklung, so Bollwerk.


Für die Ausbildung stetig im Einsatz

Wieder mehr junge Leute wollen Dachdecker werden.

In Wuppertal wollen wieder mehr junge Leute Dachdecker werden. „Wir haben eine Zunahme bei den Azubis von 15 bis 20 Prozent“, berichtet Marc Clemens, Obermeister der Innung. „Wir sind aber auch beim Thema Ausbildung stetig im Einsatz“, berichtet der Obermeister. „Dennoch dürfen auch wir in Sachen Nachwuchs nicht nachlassen und müssen weiter am Ball bleiben.“ Gerade im Hinblick auf die zunehmende Zahl der bald in Rente gehenden Handwerker.

Ein nicht unwichtiger Aspekt beim Abstieg der Azubi-Zahlen sei natürlich die Erhöhung der Ausbildungsvergütung. „Die ist deutlich stärker angestiegen als die Löhne“, sagt Clemens. „Unsere Azubis gehören schon zu den Besserverdienenden unter den Lehrlingen.“ So bekommt ein Azubi im ersten Lehrjahr 760 Euro monatlich, und im dritten immerhin 1160 Euro.

Zufrieden ist Clemens auch mit der aktuellen Auftragslage. „Der Boom hält nicht an, aber er stagniert auf gutem Niveau.“ Doch gebe es Indizien, dass es so nicht bleiben werde. So seien etwa der anstehende Brexit oder auch die von den USA geplanten Strafzölle auf deutsche Autos Kriterien, die sich negativ auswirken könnten. „Industriekunden, die dadurch sinkende Aufträge zu verbuchen haben, werden dann an uns auch nicht mehr so häufig Aufträge vergeben, sondern mit Investitionen zurückhaltender sein. Die große Weltpolitik macht auch vor dem lokalen Handwerk nicht Halt.“