Viel beachtet: die neue Schwebebahn

130 Jahre in Wuppertal:Viel beachtet: die neue Schwebebahn

Im engen Tal der Wupper überzeugte die leichte Konstruktion von Eugen Langen.

Das enge Tal der Wupper war schon Mitte des 19. Jahrhunderts dicht bebaut. Für Straßenbahnen blieb da wenig Platz. U-Bahnen schieden wegen des felsigen Untergrunds und des vielen Grundwassers aus. Deshalb begeisterten sich die Elberfelder und Barmer Stadtväter für die neue Erfindung von Eugen Langen. Er überzeugte durch seine leichte Konstruktion, die – anders als traditionelle Hochbahnen – auch im kurvigen Wupperverlauf hohe Geschwindigkeiten ermöglichte.

1898 begann der Bau des Gerüsts. Es musste zu Zeiten aufgebaut werden, in der die Wupper wenig Wasser führte. Insgesamt wurden für die 13 Kilometer lange Strecke zwischen Barmen und Vohwinkel 19 200 Tonnen Stahl verarbeitet. Die Baukosten betrugen damals rund 16 Millionen Mark.

Zuerst war der Abschnitt zwischen Zoologischer Garten und Westende fertig. Die ersten Schwebebahnwagen mussten mit Hilfe eines Holzgestells von der Straße auf den Fluss gebracht und dann per Flaschenzug zur Schiene gehoben werden. Am 1. März 1901 wurde der Abschnitt vom Zoologischen Garten bis Kluse eröffnet, am 24. Mai die Ausweitung bis Vohwinkel. Zwei Jahre später, am 27. Juni 1903, wurde der Abschnitt von Kluse bis Rittershausen in Betrieb genommen. Kaiser Wilhelm II. probierte das neue Verkehrsmittel jedoch schon am 24. Oktober 1900 bei einem Besuch aus.

Am Anfang mussten sich die Fahrgäste offensichtlich erst an die Schwebebahn gewöhnen: Im Oktober 1901 soll ein Mann von der Haltestelle Bruch auf die Straße gefallen sein, 1904 stürzte an der Kluse ein Schüler in die Wupper.