29.06.2018

Immo-Journal Wohnen im Bergischen

Die Immobilie – für die meisten mehr als nur ein Finanzobjekt

Die Immobilie ist für viele Deutsche weit mehr als nur eine Investition. 76 Prozent der Befragten einer aktuellen Wohnraumstudie besäßen gern eine eigene Immobilie.

Ungeachtet der Immobilienpreise wollen die Deutschen mehrheitlich nicht zur Miete wohnen. Von Wohneigentum erhoffen sie sich mehr Unabhängigkeit
Ungeachtet der Immobilienpreise wollen die Deutschen mehrheitlich nicht zur Miete wohnen. Von Wohneigentum erhoffen sie sich mehr Unabhängigkeit
Wenn Deutsche von ihren Wohnträumen erzählen, sprechen sie vor allem von einem Alltagszuhause, in dem sie sich wohlfühlen. Das zeigt die neueste Interhyp-Wohntraumstudie. Für die Erhebung hat der Vermittler privater Baufinanzierungen nicht nur 2100 Bundesbürger repräsentativ befragt, sondern im Vorfeld erstmals sogenannte Tiefeninterviews durchgeführt. „Die zweistufige Untersuchung zeigt, dass die Immobilie trotz gestiegener Kaufpreise und Wertzuwächse für die Mehrheit in erster Linie kein Renditeobjekt ist. Vielmehr wurde besonders im qualitativen Teil der Studie der große emotionale Bezug der Deutschen zu ihrem Zuhause deutlich, der quantitativ bestätigt wurde“, berichtete Mirjam Mohr, Vorstandsmitglied der Interhyp AG, bei der Präsentation der Studienergebnisse.

Was bewegt die Menschen rund um ihr eigenes Zuhause? Wie wohnen sie und welche Wünsche, Ängste und Bedürfnisse haben sie diesbezüglich? Um diese Aspekte besser zu verstehen, führt die Interhyp AG seit 2011 regelmäßig Wohntraumstudien durch. Diese zeichnen ein relativ detailliertes Bild von den Wünschen, Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Wohn- und Mieteigentum in Deutschland.

Bodenständige Wohnträume

Die Erhebung zeigt, wie solide und unaufgeregt die Wohnvorstellungen der Deutschen sind. „Das Thema Wohnen beschäftigt die Menschen. Gleichzeitig hat sich offenbart, wie nüchtern und sachlich die Träume ausfallen. Die Menschen haben stets im Hinterkopf, was für sie selbst realistisch ist“, erläutert Mohr. Luxusfantasien gibt es kaum. Der Wohntraum soll stattdessen hell, praktisch, ordentlich und bodenständig sein. „Für die Befragten ist das Zuhause ein überaus wichtiger Rückzugsort, dort tanken sie Kraft, genießen ihre Privatsphäre. Fast alle verbinden mit dem Zuhause Geborgenheit und Gemütlichkeit. Zugleich ist es ein sozialer Ort, der die Menschen mit Freunden und Familie verbindet. Deshalb sind Lage und Umgebung so wichtig – nicht nur bei der Immobilienwertermittlung der Banken, sondern auch bei der individuellen Bewertung“, erklärt Mohr.

Laut der Studie äußern sich die Menschen sehr zufrieden mit ihrer Wohnsituation. 63 Prozent leben demnach in einem Mehrfamilienhaus auf durchschnittlich 106 Quadratmetern und vier Zimmern. 60 Prozent leben in einer kleinen oder großen Stadt, 25 Prozent auf dem Land beziehungsweise Dorf, 15 Prozent im Umland einer Stadt. „Weil es für die Mehrheit eben nicht das Luxuspenthouse sein soll, sondern ein realistisches Zuhause, fühlen sich die Menschen wohl“, kommentiert Mohr.

Wohneigentum und Wohnglück

Interessant ist laut Interhyp der Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Wohnglück. 76 Prozent hätten demnach gern eine eigene Immobilie. Ungeachtet der Immobilienpreise wollen die Deutschen nicht mehr mieten. Von Wohneigentum erhoffen sie sich mehr Unabhängigkeit, mehr Gestaltungsspielraum, Mietfreiheit und Absicherung im Alter. Zudem machen die eigenen vier Wände glücklich. Wer bereits gekauft hat, ist damit sehr zufrieden (91 Prozent), denn er hat unter anderem mehr Platz denn als Mieter. Gleichzeitig sorgen sich viele derjenigen, die noch nicht gekauft haben, wegen einer möglicherweise zu hohen finanziellen Belastung durch den Kredit und fürchten, kein passendes, bezahlbares Objekt zu finden – eine Sorge, die laut Studie bei den Immobilienbesitzern tatsächlich nur sehr selten eingetreten ist.

Aus den qualitativen Interviews sind zwei Trends erkennbar: „Die Menschen sehnen sich nach Natur, Freiheit und Ruhe. Auf dem Land fühMielen sie sich stärker in die Gemeinschaft eingebunden. Sie wollen raus aus der Großstadt, weg von der schlechten Luft und den überteuerten Immobilienpreisen“, zitiert Mohr aus den Interviews. Diese Tendenzen wurden in den Panels quantitativ bestätigt: Naturnahe und ruhige Wohnlagen sind im Trend, die Großstadt ist gar nicht so beliebt wie man vermuten könnte. 56 Prozent der Befragten bezeichnen sich gar als lärmgeplagt.

Nähe zu Familie und engen Freunden

Der zweite Trend zeigt zur Familie. In den qualitativen Interviews wollten die Teilnehmer auffällig oft in der Nähe ihrer Familie und enger Freunde wohnen, einige haben dafür sogar Kompromisse in Kauf genommen – wie etwa einen weiteren Weg zur Arbeit. Diese Aussagen wurden quantitativ bestätigt. 53 Prozent ist die Nähe zur Familie sehr wichtig. 2016 sagten das nur 36 Prozent. 84 Prozent erklären, Familiennähe gibt ihnen Gefühl von Stabilität, Verwurzelung und Heimat.

Seit dem Jahr 2011 führt die Interhyp AG die Wohntraumstudie durch. Bei der Neuauflage 2018 hat das Unternehmen zusammen mit dem Rheingold Institut den Untersuchungsrahmen erweitert und ein zweistufiges Studiendesign entworfen.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick finden sich unter:
wohntraumstudie.interhyp.de

Wann der Lärm im Mietshaus Grenzen überschreitet

Nachbarn müssen Kinderlärm hinnehmen. Allerdings hat alles seine Grenzen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Erwachsenen den Lärm der Kinder durch eigenes Verhalten noch unterstützen.

Auch Familien mit Kindern müssen Ruhezeiten einhalten
Auch Familien mit Kindern müssen Ruhezeiten einhalten
Kinder dürfen laut sein - der Lärm in einem Mehrfamilienhaus darf ein gewisses Maß aber nicht überschreiten. So kann es einer Familie durchaus zugemutet werden, die Ruhezeiten einzuhalten, wie ein Urteil des Amtsgerichts München zeigt (Az.: 281 C 17481/16). Darüber berichtet die Zeitschrift „Das Grundeigentum“ (Nr. 10/2018). Das gilt insbesondere dann, wenn der Lärmpegel der Familie insgesamt sehr hoch ist.

In dem verhandelten Fall war eine Familie mit zwei Kindern wiederholt durch Lärm unangenehm aufgefallen: lautstarke Unterhaltungen, laute Musik, häufiger Besuch, Telefonieren mit Freisprechanlage, Geschrei, Trampeln, Türen schlagen, Seilspringen, Rollerfahren auf dem Hausflur – das waren nur einige Punkte aus den Lärmprotokollen der Nachbarn. Auf Bitten, es doch etwas ruhiger angehen zu lassen und Rücksicht zu nehmen, antwortete der Familienvater: „Ich kann machen, was ich will.“

So viel Rücksichtslosigkeit war dem Gericht zu viel: In der Beweisführung wurden die lautstarken Störungen von mehreren Bewohnern bestätigt. Daher untersagte das Amtsgericht der Familie unter Androhung eines Ordnungsgeldes, zu den Ruhezeiten Lärm zu verursachen. Laute Gespräche, laute Musik oder ein lauter Fernseher seien ebenso verboten wie Kindergeschrei oder Trampeln.

Die Familie habe das von Nachbarn hinzuehmende Maß an Lärm überschritten und auch auf Aufforderungen, den Lärmpegel zu senken, nicht reagiert. Mit dem lauten und langen Geschrei auch nach 20 Uhr, dem Herumfahren mit Fahrrad und Roller auf dem Hausflur und dem Seilspringen in der Wohnung gehe der Kinderlärm über das hinaus, was üblicherweise hingenommen werden müsse.

Welche Angaben müssen Mieter machen?

Untervermietung muss begründet werden.

Mieter dürfen ihre Wohnung oder einen Teil davon untervermieten – vorausgesetzt, sie haben ein berechtigtes Interesse. Vermieter dürfen die Hürden für die Prüfung, ob das Anliegen tatsächlich berechtigt ist, nicht zu hoch legen. Das zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Berlin (Az.: 66 S 275/17), wie die Zeitschrift „Das Grundeigentum“ (Nr 10/2018) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet. Denn laut dem Urteil müssen Mieter nicht unbedingt ihre Vermögensverhältnisse offenlegen, um ihren Antrag zu begründen.

Bei Hitze besser am frühen Morgen lüften

Sonnenstrahlen abhalten, bevor sie ins Haus eindringen.

Zu Tagesbeginn sind die Außentemperaturen noch niedriger, und es dringt weniger Hitze in die Wohnung oder das Haus ein, erklärt die Verbraucherzentrale Berlin. Im Verlauf des Tages werden dann am besten Rollläden, Jalousien und Vorhänge zugezogen. Wer die Wahl hat, sollte die außen angebrachten Verdunkler bevorzugen: Die Sonnenstrahlen, die die Raumluft aufheizen, werden am besten schon abgehalten, bevor sie ins Gebäude eindringen. Zur Not taugt laut Verbraucherzentrale auch ein weißes Tuch, das außen am Fensterrahmen aufgehängt wird.

Modernisierungen berechtigen zur Mietminderung

Mieter müssen bei Mängeln nicht die volle Miete zahlen. Ihr Minderungsrecht besteht grundsätzlich auch, wenn Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden, wie ein Hinweisbeschluss des Landgerichts Berlin zeigt (Az.: 65 S 194/17), über den die Zeitschrift „Wohnungswirtschaft und Mietrecht“ (6/2018) berichtet. Ob der Mieter zur Duldung der Arbeiten verpflichtet ist, ist in einem solchen Fall unerheblich.

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