31.8.2018

Handwerk in Wuppertal

Auftragslage bei den Dachdeckern erholt sich

Obermeister Marc Clemens wirbt um Nachwuchs für das Handwerk.

Marc Clemens, Obermeister der Wuppertaler Dachdecker-Innung.
Marc Clemens, Obermeister der Wuppertaler Dachdecker-Innung.
Die Dachdecker im Bergischen atmen durch. „Die Auftragslage sieht deutlich besser aus als in den vergangenen Jahren“, sagt Marc Clemens, Obermeister der Dachdecker-Innung in der Kreishandwerkerschaft Solingen- Wuppertal. Habe der Vorlauf für Aufträge in den vergangenen sieben bis acht Jahren bei rund einem bis drei Monaten gelegen, müssten Kunden nun mit zwei bis sechs oder auch mal sieben Monaten rechnen – ein guter Gradmesser für die Auftragslage.



Im Freien und auf Dächern arbeiten

„Und die Leidenschaft für unseren Beruf haben wir nicht verloren“, sagt Clemens. Das Dachdeckerhandwerk sei ausgesprochen vielseitig. „Und es ist schön im Freien und auf den Dächern zu arbeiten“, betont der Obermeister. Ob Privathäuser, gewerblich genutzte Gebäude oder öffentliche Aufträge: Wenn es um Fassaden, Dächer und Abdichtungen im Bergischen geht, sind die Dachdecker gefragt. „Rund 80 Prozent unserer Arbeiten finden im Bestand statt“, sagt Clemens, „bei den übrigens 20 Prozent der Aufträge handelt es sich um Neubauten.“ Und dort entdeckt der Obermeister einen Trend: Statt der Steildächer, die lange gefragt waren, würden viele Kunden den Bauhausstil bevorzugen.

Ohnehin habe sich in den vergangenen Jahrzehnten im Dachdeckerhandwerk viel verändert: „Die Anforderungen an Dächer sind viel größer geworden“, sagt Clemens und denkt dabei auch an die Energiesparverordnung. Hinzu kämen Starkregenereignisse wie kürzlich in Wuppertal, auf der anderen Seite lange Hitzeperioden: Das habe auch Auswirkungen auf Materialwahl und Dämmstoffe. Auch Brandschutz sei heute viel mehr ein Thema als noch vor 30 Jahren.

Zu den großen Herausforderungen gehört auch bei den Dachdeckern der immer größer werdende bürokratische Aufwand. Der binde viel Zeit und Energie, sagt Clemens. Hinzu kommen Materialknappheit und auch Entsorgungsprobleme, mit denen sich Dachdecker in regelmäßigen Abständen auseinandersetzen müssen.

„Und uns fehlt der Nachwuchs“, sagt der Obermeister, „wir sind schon mittendrin im Nachwuchsmangel.“ Heute gebe es deutlich weniger Jugendliche, die ihre Ausbildung beim Dachdecker machen wollen als noch vor 30 Jahren. Also reagiert die Innung mit zahlreichen Projekten, um die Jugendlichen für das Handwerk zu gewinnen: „Wir besuchen Ausbildungsbörsen, kooperieren mit anderen Handwerksberufen und sprechen auch von uns aus die Schulen an.“ Noch ist die Resonanz mäßig, obwohl der Wille zur Ausbildung in den Betrieb bestehe. „Und es gibt viele gute Argumente für diesen Beruf“, betont Marc Clemens, „wer einmal da draußen auf den Dächern war, der möchte meistens gar nicht mehr weg.“


Freie Plätze im Dachdeckerhandwerk

Der Ausbildungsjahrgang 2018 ist gestartet – noch suchen allerdings viele junge Menschen einen geeigneten Ausbildungsplatz.

Beruf mit guten Aussichten: das Dachdeckerhandwerk.
Beruf mit guten Aussichten: das Dachdeckerhandwerk.
Großer Beliebtheit erfreut sich dabei der Dachdeckerberuf: 2017 haben sich rund sieben Prozent mehr Jugendliche als im Jahr zuvor für eine Ausbildung „ganz oben“ entschieden. Und das hat gute Gründe.

Vielfältige Ausbildung – gute Aufstiegschancen

Eine Ausbildung im Dachdeckerhandwerk hat viele Vorteile gegenüber anderen Ausbildungen: Eine gute Bezahlung während der Lehrzeit, einen krisensicheren Job sowie vielfältige Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Denn Dachdecker legen nicht nur Ziegel aufs Dach: Sie installieren Solaranlagen auf Dach- und Wandflächen, sie dichten Flachdächer unter Anwendung neuester Techniken ab, bereiten Dachbegrünungen vor und führen Abdichtungen von Balkonen, Terrassen und Bauwerken wie zum Beispiel den Keller aus. Außerdem gestalten sie Außenwände von Gebäuden mit vorgehängten Fassadenbekleidungen. Dachdecker unterstützen Hausbesitzer bei der energetischen Gebäudesanierung und informieren auch über Fördermittel.

Sie sind die Spezialisten für die Gebäudehülle. Und technische Neuerungen wie der Einsatz von Drohnen, Apps zur Gefährdungsanalyse oder die digitale Kundenakte werden künftig den Beruf des Dachdeckers zunehmend bestimmen. Auch in puncto Sicherheit wird viel getan: Die Arbeitsschutzprogramme und Präventionsmaßnahmen im Dachdeckerhandwerk gelten als vorbildlich.

Freie Plätze im Online-Schnelltest finden

Trotz steigender Beliebtheit suchen aktuell viele Betriebe in allen Bundesländern aufgrund der hervorragenden Auftragslage weiter nach Auszubildenden, die zum 1. September 2018 kurzfristig in die Ausbildung einsteigen könnten. Für alle Interessierten hat der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zahlreiche Informationen auf seiner Webseite gebündelt: www.dachdeckerdeinberuf.de

Zudem gibt es dort einen Schnelltest, der erste Informationen liefert, ob die Kandidaten für den Dachdecker-Beruf geeignet sind, sowie ein Online- Formular, mit dem man sofort Zugang zu Ausbildungsbetrieben in der Nähe erhält. Viele der dort gelisteten Betriebe haben auch ein Ausbildungsversprechen abgegeben: Das bedeutet, sie ermöglichen den Azubis aktives Mitgestalten, bieten einen sicheren Arbeitsplatz mit guten Aufstiegsmöglichkeiten und geben regelmäßige Rückmeldung.


Politik direkt ansprechen

Das Handwerk ist schon lange keine reine Männersache mehr. Seit 23 Jahren engagieren sich in Wuppertal die „Unternehmerfrauen im Handwerk“ für ihre Belange innerhalb der Branche.

Birgit Krüger leitet den Wuppertaler Arbeitskreis der „Unternehmerfrauen im Handwerk“.
Birgit Krüger leitet den Wuppertaler Arbeitskreis der „Unternehmerfrauen im Handwerk“.
Vorsitzende des Arbeitskreises Wuppertal ist seit einigen Jahren Birgit Krüger. Wie sie berichtet, ist der Bundesverband vor fast 30 Jahren aus dem Zusammenschluss von Frauen entstanden, die durch ihre Ehemänner, Partner, Väter, Brüder et cetera eher zufällig zur Leitung eines Handwerksbetriebs gekommen waren. Und da ist die Aufgabenteilung in der Regel so, dass die Männer den handwerklichen Part übernehmen, während die Frauen den administrativen Teil, also die Bürokratie betreuen.

Weiterbildungsangebote für die betroffenen Frauen in buchhalterischen wie auch anderen betrieblichen Dingen waren und sind daher ein Schwerpunkt des Engagements der Unternehmerfrauen im Handwerk. So bietet der Wuppertaler Arbeitskreis einmal im Monat ein Fach-Seminar an. Beim nächsten Mal im September geht es um das Thema „Digitale Archivierung“. Aber auch gesellige Treffen, Exkursionen und Führungen werden regelmäßig unternommen. Krüger: „Da sind wir bunt aufgestellt.“ Einmal im Jahr treffen sind bundesweit alle Mitglieder zum Gedankenaustausch eingeladen, das nächste Mal im Oktober in Stuttgart.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist den Unternehmerfrauen zudem das Knüpfen von Kontakten. Krüger: „Netzwerken ist heute wichtiger denn je.“


Gegen die „furchtbare“ Bürokratie

Inzwischen sind auch fünf selbstständig tätige Handwerkerinnen Mitglied im Wuppertaler Arbeitskreis. „Dadurch haben sich unsere Schwerpunkte aber nicht verändert“, sagt Krüger. „Es geht ja nach wie vor um die Sorgen und Anliegen von Unternehmerinnen.“ Und das sind aktuell natürlich die Nachwuchsprobleme in den Gewerken, bedingt durch den demografischen Wandel, und die – so Krüger – „furchtbare“ Bürokratie. „Ob Mindestlohn, Abfallverordnung oder die neue Datenschutz- Grundverordnung. Das bleibt ja alles an uns hängen.“

Ganz gezielt suchen die Unternehmerfrauen mit ihren Themen auch das Gespräch mit der Politik. So organisiert der Vorstand des NRW–Landesverbandes alle zwei Jahre einen politischen Runden Tisch. Das nächste Mal im November geht es um die Frage, wie der Anspruch auf Eltern- und Pflegezeit auch für Unternehmerinnen und Unternehmer umgesetzt werden kann. Dazu haben die Unternehmerfrauen Vertreterinnen von vier Landtagsfraktionen zur Diskussion eingeladen. Alle Mitglieder sind willkommen, nähere Infos stehen auf der Homepage des Verbandes (siehe unten).

Wer sich für die Arbeit der Unternehmerfrauen im Handwerk interessiert, kann sich gerne melden und als Gast unverbindlich an einer Veranstaltung teilnehmen. Krüger: „Wir sind kein geschlossener Kreis und immer offen für Neuzugänge.“

ufh-wuppertal.de

Offen und doch privat

Rollläden mit Lichtschienen sind eine gute Lösung zur Beschattung für bodentiefe Fenster.

Heizenergie geht bei Rolläsen mit Lichtschienen nicht verloren.
Heizenergie geht bei Rolläsen mit Lichtschienen nicht verloren.
Tageslicht ist für Körper und Seele eine echte Wohltat. Es fördert unsere Leistungsfähigkeit, steigert unser Konzentrationsvermögen und ist Balsam für unseren Organismus. Daher ist es wichtig, dass in unsere Wohn- und Schlafräume, wo wir uns die meiste Zeit am Tag aufhalten, möglichst viel von dem gesunden Lebenselixier einfällt. Deshalb planen immer mehr Bauherren und Sanierer große, bodentiefe Fensterflächen, um die dahinter liegenden Räumlichkeiten mit viel Tageslicht zu versorgen.

Diese breiten Glasfronten öffnen den Blick der Bewohner nach draußen in die Natur, lassen kleine Zimmer großzügiger wirken und sparen ganz nebenbei durch die einfallenden Sonnenstrahlen in der kalten Jahreszeit noch Heizkosten. Doch was im Winter sehr angenehm ist, kann im Sommer schnell zum gefürchteten Treibhauseffekt führen, wenn sich die Wohn- und Arbeitsräume unangenehm aufheizen. Wer an bodentiefe Fenster für sein Zuhause denkt, sollte daher auch immer geeignete Sonnenschutzsysteme einplanen. Rollläden und Co. haben zudem noch einen positiven Nebeneffekt: Sie halten neugierige Blicke von Nachbarn und Passanten ab, die sonst durch die bodentiefen Fenster tief ins Privatleben eindringen können. Doch trotz geschlossenem Rollladen genießen die Bewohner den gewünschten Blick nach draußen. Möglich machen dies sogenannte Lichtschienen, durch deren löchrige Struktur auch bei heruntergelassenem Rollladen noch Tageslicht einfällt.

Heizenergie geht durch die Lichtschienen jedoch nicht verloren, denn zwischen dem heruntergelassenen Rollladen und der Fensterscheibe entsteht eine dämmende Luftschicht wie in einer Thermoskanne. Auch die Sommerhitze hat bei diesem Beschattungssystem keine Chance. Im Rosenheimer Prüfzentrum für Bauelemente wurde festgestellt, dass sich die Raumtemperatur in einem Wintergarten, der mit modernen Rollläden mit Lichtschienen ausgestattet war, nur um 1,5 Grad Celsius durch die Sonneneinstrahlung eines Tages aufheizte. Experten empfehlen, bei Fenstern jede dritte oder vierte Lamelle durch eine Lichtschiene zu ersetzen.

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