10.07.2017

Der Grüne ZOO Wuppertal

Hirscheber Manni muss noch viel lernen

Die Babirusas leben in freier Wildbahn nur auf Sulawesi. Der Zoo baut eine Rotte dieser seltenen Tiere auf, die in der Anlage „Pulau Buton“ leben soll.

Markantes Merkmal der Hirscheber sind die ungewöhnlichen Hauer. Die werden sich bei Manni, dem Keiler im Wuppertaler Zoo, noch stärker ausbilden. Fotos: Andreas Fischer
Markantes Merkmal der Hirscheber sind die ungewöhnlichen Hauer. Die werden sich bei Manni, dem Keiler im Wuppertaler Zoo, noch stärker ausbilden. Fotos: Andreas Fischer
Von Andreas Boller 

Manni, der Hirscheber (Babirusa), ist noch jung und muss noch ganz viel lernen. Das bekommt er selbst recht häufig zu spüren. Denn Manni ist neugierig und wie seine Artgenossen ein wenig gefräßig. Da kann es schon einmal vorkommen, dass er beim Futtern und Schmatzen ein wenig zu nahe an den Elektrodraht kommt, der sein Gehege eingrenzt. Ein Stromstoß an der Schnauze - das sollte eigentlich eine bleibende Erinnerung sein, doch Manni ist immer mal wieder zu ungestüm.

Ein Möhrchen zwischendurch stärkt die Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Ein Möhrchen zwischendurch stärkt die Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Der junge Hirscheber soll einmal zum Chef einer ganzen Rotte werden. Zurzeit lebt er mit zwei Sauen in einem Gehege, das von den Mitarbeitern des Zoos in Eigenregie gestaltet wurde. Drei weitere Sauen kommen in den kommenden Wochen als Gesellschaft hinzu. Ein weiteres Tier lebt bereits in einem abgetrennten Bereich zur Eingewöhnung und wird sich bald in die Rotte einfügen.

Das Gehege der Hirscheber befindet sich unterhalb der großen Elefantenanlage, weshalb die Hirscheber, die ihre natürliche Heimat auf Sulawesi haben, vom Personal des Elefantenreviers versorgt werden. Tierpfleger-Azubi Tobias Brinkmann und Praktikant Yannis Gangwisch wissen, was den Hirschebern schmeckt: Äpfel, Weitrauben, frischer Salat. In freier Wildbahn bevorzugen sie Laub und heruntergefallene Früchte.

Ihren Namen verdanken die Hirscheber ihren ungewöhnlichen Hauern. An ihnen kann man Männchen und Weibchen leicht unterscheiden. Ältere männliche Hirscheber haben bis zu 30 Zentimeter lange, gebogene Hauer. Diese Hauer wachsen durch die Rüsseldecke hindurch und biegen sich nach hinten. Bei Sauen sind sie viel kleiner ausgeprägt, aber auch bei Manni, dem Hirscheber aus dem Wuppertaler Zoo, lässt sich bisher nur erahnen, dass er einmal ein stolzes „Geweih“ haben wird. Auch an Gewicht muss Eber Manni noch zulegen, wenn er sich denn später einmal unter fünf Sauen behaupten will. Wobei die Eber in freier Wildbahn nur zur Paarungszeit die Nähe der Sauen suchen. Ansonsten sind sie Einzelgänger.

Noch sind die Sauen größer als Manni, aber das wird sich altersbedingt ändern.
Noch sind die Sauen größer als Manni, aber das wird sich altersbedingt ändern.
Langfristig muss sich die komplette Rotte auf einen Umzug gefasst machen. Die Hirscheber sollen gemeinsam mit den Gibbons und Fischottern die vom Zooverein geplante Anlage „Pulau Buton“ bewohnen, deren Baubeginn für 2019 angesteuert wird. Es ist eine Anlage für asiatische Tierarten, in der Gibbons, Zwergotter, Hirscheber und die stark vom Aussterben bedrohten Prinz-Alfred-Hirsche „vergesellschaftet“ werden und fast wie in freier Wildbahn miteinander leben sollen. Durch eine großzügige Spende von Jörg Mittelsten Scheid hat das Projekt bereits konkrete Formen angenommen.

„Pulau Buton“ wäre das ideale Revier für Hirscheber Manni, dessen Hauer bis dahin auf eine beachtliche Größe gewachsen sein dürften. Und Manni sollte bis dahin gelernt haben, dass man besser nicht an einem Elektrozaun schnuppert.


Lachs-Räucherei Andreas Wortberg

Neue Heimat für Leoparden hat sich bewährt

Die Schneeleoparden-Anlage liegt in den höheren Regionen des Grünen Zoos. In freier Wildbahn leben die Tiere im Hochgebirge Zentralasiens.

Wunderschön sind die jungen Schneeleoparden, die sich in ihrem neuen Gehege gut eingelebt haben. Foto: Andreas Fischer
Wunderschön sind die jungen Schneeleoparden, die sich in ihrem neuen Gehege gut eingelebt haben. Foto: Andreas Fischer
Von Andreas Boller

Steil hinauf geht es zum neuen Gehege der Schneeleoparden, das sich an einem der höchstgelegenen Punkte des Grünen Zoos in Wuppertal befindet. Der Weg ist steil, aber bei weitem nicht so lang und steinig, wie es der Aufstieg zu den eigentlichen Revieren der wunderschönen Katzen im Hochgebirge Zentralasiens wäre. Sechs Tiere leben in der neuen Anlage, die an ein verfallenes Bergdorf in Tibet erinnern soll, das durch eine Steinlawine zerstört worden ist. Bunte Tücher, die an tibetische Gebetsfahnen erinnern, markieren das Gehege, das die frühere Greifvogelanlage ersetzt hat.

„Die ersten Wochen sind sehr gut gelaufen, das Leopardenpärchen und seine drei Jungtiere, die jetzt über ein Jahr alt sind, haben sich gut eingelebt“, sagt Kurator André Stadler. Kater Irbis hatte im vergangenen Jahr für einige Aufregung gesorgt, als er aus seinem alten Gehege durch eine offene Schiebetür ausgebüxt war. Die Aufregung war groß, denn ein ausgewachsener Schneeleopard kann bis zu 15 Meter weit springen. Irbis hatte allerdings keine Lust auf große Abenteuer. Den Ausflug und den damit verbundenen Treffer aus einem Betäubungsgewehr hat der Leopard gut verkraftet.

„Wir versuchen, den natürlichen Lebensraum darzustellen und auch den Konflikt zwischen Tier und Mensch zu zeigen. Es gibt kaum noch Gebiete, wo die Tiere wirklich völlig isoliert leben können, weil der Mensch sich so ausdehnt. Die Anlage ist wie ein altes Dorf angelegt, mit Mauern, die dort von einer Lawine niedergerissen wurden. Das soll auch zeigen, wie Tiere die Natur wieder zurückgewinnen“, beschreibt Zoodirektor Arne Lawrenz die Anlage.

Manchmal müssen die Zoobesucher schon etwas Geduld mitbringen, um einen Blick auf die Tiere zu erhaschen. Wie alle Katzen dösen die Schneeleoparden gerne und ausgiebig – und das tun sie in ihrem Gehege gerne auf den Holzpodesten. „Wir denken darüber nach, dass wir noch eine Art Hochstand für die Besucher bauen, damit sie einen Blick auf die Podeste werfen können“, sagt Bruno Hensel, Vorsitzender des Zoovereins.

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